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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Boreas und Oreithyia.

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besonders den weiblichen Figuren dort eine gewisse Schwer-fälligkeit eigen ist, dass ihre Physiognomieen einförmig sind,die Gewänder einen ganz andern als den PolygnotischenGeschmack verrathen; dass diese Götterversammlung sichzu den Gestalten unserer Vase einigermassen verhalte wiedie Aeginischen, allenfalls die Olympischen Sculpluren zuder Idealität und Hoheit des Phidias . K. 0. Müller dachte beidem Gemälde des Sosias an den Pionysios von Kolophon 84 ),was in so fern trifft als dieser der, wie schon bemerkt, denPolygnot nachahmle, durch den Mangel der Grossheit sichvon ihm unterschied, und auch in so fern beachtenswerlhist als auf die Gruppe auf dem Boden der Schale, Achillesden Patroklus verbindend, das Urtheil des Plutarch sich ei-nigermassen anwenden lässt dass dieser Dionysios Kraft undSehnen habe, aber gezwungen und mühselig sey.

Zu den Darstellungen die ich oben (S. 162) neben dendrei vollständigen verzeichnete, sind seitdem mehrere andrebekannt geworden, ebenfalls säminllich in rothen Figuren.

7. Eine Amphora die ich 1843 in Rom bei Baseggio(in dem Magazin in seiner Vigna) sah, enthält Boreas mitgrossen Flügeln an den Schultern (keine an den Füssen ),nachsetzend der Oreithyia in weiten Sprüngen, auf seinerandern Seite eine Begleiterin, die entsetzt flieht. (Rv. EinBärtiger, ein Mädchen, ein Ephebe mit einem Stock, welcherverwehrt die beiden andern Figuren etwa für Erechtheus

84) Archaol. §. 143, 3. Was liier not. 2 von Vasen auf denPolygnotischen Styl xurückgeführt wird , das unterscheidet sich vonunserem Muslerbilde gar sehr. [Dionysios und Mikon, wie für Ki-mon mit Recht gesetzt wird, malten Thüren desselben Tempels, Si-mon. fr. 80 Schneidewin. vgl. O. Jahn über die Gern, des Polygnotin der Lesche xu Delphi 1841 S. 67 f. Mikon stand dem Polygnotin der Pokile bei, so wie Panänos].