Boreas und Oreithyia.
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grifFenwerden rührender zu machen durch die Nahe worinRettung sich zeigte. Es ist diess die nach H. W. Schulzim Bullettino 1842 p. 70 als eine neuerlich in Ruvo ausge-grabene und in das Museum gelangte Hydria kurz bezeich-nete Vase. Er beschreibt dabei eine andre „ähnliche“, dieer vor Jahren in Neapel bei Herrn Casanova gesehn habe,die ich indessen nach dieser Beschreibung nicht ganz inÜbereinstimmung mit jener andern zu bringen weiss.
Mein Freund Gerhard besteht darauf dass die Bildervon Boreas und Oreithyia ein „Vorbild für bräutliche Wer-bungen des alltäglichen Lebens“ seyen und dass nicht blossdie Hauptgruppe eine so berühmte Brautfahrt zum bedeut-samen Hochzeitsgeschenk erhebe, sondern auch im umgeben-den mythischen Personal eine Figurenreihe zusammenge-schaart sey welche dem sinnig vergleichenden Auge zugleichzu gefälliger Hinweisung auf das Familienpersonal der be-schenkten Personen gereichen konnte: dass „die Darstellun-gen von Oreithyias Entführung ein mythisches Bild AttischerLufterscheinungen, am Faden der Dichtung königlicher Hel-dengestalten seyen, sinnigen Künstlern aber (eigentlich) zumHochzeitsbild wurden, wofür ihm sogar unser N. 12 gilt.An diesem Bilde nemlich möchte als Besonderheit höchstenszu bemerken seyn dass in den Zügen des Boreas die starkangegebene Nase den Ingrimm des Sturmgotts verkünde unddass Oreithyia, die vor seinem Andrang nur wenig zurück-weiche, in jeder Hand eine Frucht, vielleicht eine Feigehalte. Ja er macht es mir zum Vorwurf dass ich mich(oben S. 167) skeptisch über solche Beziehung geäusserthabe, als ob Amymone und Thetis in ähnlichen Scenen, He-bes Hochzeit u. dgl. m. mir entgehen könnten*): die häu-fige Verwandtschaft der Gefässmalereien mit Hochzeitsanläs-sen unterliege keinem Zweifel und der handgreiflichen An-deutung des mir wohl bekannten hochzeitlichen Raubs zu
tt ) Trinkschalen und Gef. des Ic. Mus. 1843 S. 39. Archäol.Zeit. 1845 S. 97. Auserles. Vasenbilder Th. 3. 1847 S. 10.