Einführung des Herakles unter die Götter. 425
seidon und dem Hades-Dionysos mitgetheilt wird. Hermes,den Heroldstab erhoben, mit rednerisch ausgestrecktemArm, verkündigt es auf der einen Seite, zwischen beidengenannten Göttern stehend, Iris, mit aufgerichtetem Oberarm,auf der andern Seile. Neben dem Hades - Dionysos stehtdie Königin der Unterwelt, erstaunt ihren Arm erhebend, derIris zugewandt: und indem sie die Mitte einnimmt, werdendurch sie die Reiche der Erde und des Wassers eigenthüm-lich in Verbindung gesetzt. Denn zu dem Poseidon am An-fang der Reihe ist nach der Kora-Persephone noch Nereus mit der Doris hinzugefügt. Nereus sitzt der Iris zugekehrtund ein Thron ist allein ihm gegeben, weil er der Meeresalteist. So scheint also Nereus statt des Tartaros unter derErde die Meerestiefen in welchen sie rundum gegründetsey, bedeuten zu sollen, und es ist ein erhabener Gedankedass die Botschaft der neuen Gottheit sofort aus dem Himmelin die Tiefen der Erde und den Abgrund der See getragenwird: ähnlich wie aus allen drei Welttheilen die Magier demneugebornen Heiland Geschenke bringen. Zu den diesen bei-den Reichen gehörigen Göttern sprechen Hermes und Iris : Po-seidon nimmt die Mitte ein zwischen den sechs Figuren derOlympischen Scene und den sechs der unterirdischen Bot-schaften: man kann ihn, als zu der sichtbaren Welt gehö-rig, im Olymp denken oder auch, da er abgewandt von derHebe steht, als ausserhalb, so dass bei ihm, als dem demHimmel näheren Gott, Hermes schon vorübergeeilt wäre,der nun zum Hades-Dionysos spricht. Iris ist ohne Flügel,sie würden schlecht durch das dichtere Element in die Tiefetragen. Die Zuziehung des Nereus und der Doris bei derApotheose des Herakles war näher molivirt durch die seitPindar gemeldeten Kämpfe des Herakles mit Seeungeheuern,in Vasenbildern mit Triton n ).
11) S. meine Kl. Sehr. IS. 84, wo auch Pindar N. 1, 62 an-geführt ist. Derselbe sagt N. III, 23: