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Ausführliche Anleitung zu der gantzen Civil-Bau-Kunst : worinnen nebst denen Lebens-Beschreibungen, und den fünf Ordnungen von J. Bar. de Vignola wie auch dessen und des berühmten Mich. Angelo vornehmsten Gebäuden, alles, was in der Baukunst dem Bauzeuge, der Austheilung und der Verzierung nach, so wohl bey der Bildhauer, Mahler, Steinmetze, Maurer und Zimmerleute, als Dach-Decker, Schlösser, Tischer, Gärtner u.d.gl. Arbeit an allerley Arten der Gebäude vorkommen mag, berühret, an deutlichen Beyspielen erkläret und mit schönen Rissen erläutert wird : Vortitel: L'architecture de Vignole avec les commentaires du Sr.Daviler / erstlich in frantzösischer Sprache zusammen getragen, und heraus gegeben von ... A. C. Daviler ...; nach diesem in das Teutsche übersetzet und mit vielen Anmerckungen auch dazu gehörigen Rissen vermehret von Leonh. Christ. Sturm ...
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alsdenn dieſen Teig mit einem Prügel wohl ſchlagen, indeſſen immer detvielberuͤhrten Kalches zum Drocknen zuſprengen, biß endlich oben ge-meldete 12. Loth Kalchmehl gar verbrauchet worden. Nach ſo langemSchlagen aber, ſo wird er fein ſtarck alſo daß er weder an dem Pruͤ-l, vielweniger an den Haͤnden anklebet, dender an bier,en iſt. Alſo iſt dieſes Oel⸗Kuͤtt fertig, welches an Hitze, Kaͤlte undWaſſer zu ſtehen guten Umſtand hat, man kan die Fugen zwiſchen denQuaderſtuͤcken, auch Stein auf Stein, Holtz auf Holtz, wie auch dieRoͤhr⸗Kaſten damit verkuͤtten. In gar groſſen Grotten aber, da Hoͤh-en oder Pfeiler und Gewoͤlber von Quaderſtein oder Tufſtein gebauetind, kan man den Stein zuvor mit Lein⸗Oel anfeuchten, alsdenn dasKutte darauf streichen. Dabey iſt u oblerviren, daß man dieſes Kuͤttenicht gar zu viel auf einmal machen darf, weil es bald verhaͤrtet. Gleich-

wohl/ und woferne es in einen Keller geleget wird, laͤſt es ſich etliche Tage

erhalten, jedoch muß man es inzwiſchen mit etwas Lein⸗Oel anfeuchten,auch bißweilen ſchlagen oder kneten. f

Hiebey muß ich auch gedencken, daß man in den Reißbeſchreibungenvon Perſien findet, daß ſie daſelbſt an vielen Orten mit Hartz mauren,ja Petr. du Vall bezeuget, daß er Nudera von gar uralten Gebaͤuden ge-funden, welche ſolcher Geſtalt mit Hartz verbunden worden, welches denndie Steine de veſte aufeinander halte. Nun wird ſolches Hartin Perſien auf dem elde gegraben. Es ſind aber anjetzo auch die TeutſcheFelder an verſchiedenen Orten reich an allerley Hartz, und waͤre daher

wohl zu glauben, daß hin und wieder daſſelbe, bey Mangel an Kalch koͤnte

gebrauchet werden. f f l

Wo man Saͤulen⸗Staͤmme aus etlichen Stuͤcken gehauener Steine,oder Bilder⸗Stuͤhle, Grabſtaͤtte, und dergl. zu ewiger Gedaͤch tnuͤß ma-chen will, iſt es am beſten die Steine ineinander mit eiſernen Zapfen in ge-goſſen Bley zu verſetzen. Dabey muͤſſen aber die Fugen ſehr ſcharf gear-beitet und zuſammen gepaſſet ſeyn. Man muthmaſſet, daß der TempelSalomonis gantz und gar alſo zuſammen geſetzet worden, weil man dabeykeinen Hammerſchlag gehoͤret. Ich bin aber der Meynung, daß ſie nochgantz andere Verbindung damals gewuſt, als wir jetziger Zeit haben,welches aus dem wunderſamen und unnachthunlichen Gebäuden der altenKoͤniglichen Begraͤbnuͤſſe zu Jeruſalem annoch ſoll zu ſehen ſeyn.

Was man von groſſen Quaderſteinen bauet, ſoll man niemalsbey der bloſſen 01 84 Verbindung laſſen, ſonderlich an Schantzen,Schleuſſen, Stadt⸗Thoren und dergl. ſondern an verſchiedenen Orten0 und mit Bley uͤberzogene Stangen dazwiſchen einziehen und ver-klammern.

XIII.