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Ausführliche Anleitung zu der gantzen Civil-Bau-Kunst : worinnen nebst denen Lebens-Beschreibungen, und den fünf Ordnungen von J. Bar. de Vignola wie auch dessen und des berühmten Mich. Angelo vornehmsten Gebäuden, alles, was in der Baukunst dem Bauzeuge, der Austheilung und der Verzierung nach, so wohl bey der Bildhauer, Mahler, Steinmetze, Maurer und Zimmerleute, als Dach-Decker, Schlösser, Tischer, Gärtner u.d.gl. Arbeit an allerley Arten der Gebäude vorkommen mag, berühret, an deutlichen Beyspielen erkläret und mit schönen Rissen erläutert wird : Vortitel: L'architecture de Vignole avec les commentaires du Sr.Daviler / erstlich in frantzösischer Sprache zusammen getragen, und heraus gegeben von ... A. C. Daviler ...; nach diesem in das Teutsche übersetzet und mit vielen Anmerckungen auch dazu gehörigen Rissen vermehret von Leonh. Christ. Sturm ...
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399
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K 399erhalten haben, indem ſie die fuͤnf Ordwangen reiſſen ſauber dabey zeichnenkonnen, und in Italien geweſen ſeyn. Nun mag wohl hieraus folgen, daßſie ſolcherweiſe gelernet haben zu urtheilen, was ſchoͤn und praͤchtig odernicht iſt, aber daß ſie ſolten die Teutſche Bau⸗Art zu verbeſſern, was dieStaͤrcke und Bequemlichkeit anlanget, daſelbſt gelernet haben, iſt gantzun-moͤglich. Wenn nun ſolche Baumeiſters meiſt von dem Euelide, und ſo vielmehr von denen durch die Algebra aufs neue gefundenen Problematisnichts wiſſen, ſo ſehe ich nicht, wie ſie in der gantzen Oeometriſchen Wiſſen-

ſchaft von dem Schnittriß was zulaͤngliches begreiffen ſollen. Aber ich habemich faſt zu weit e e mich derowegen, um niemand zu belei-digen, noch vor partheyiſch angeſehen zu werden zuruͤcke ziehen, und mich zuder Sache ſelbſt wiederum verfuͤgen, ich will verſuchen, ob ich curioſen Maͤu-rern(denn vor Baumeiſter wird der Discours zu ſeichte ſeyn) einen andernWeg bahnen kan, zu dem Schnittriß in der Pran zu kommen. Ich will dazudie natuͤrlichſten und einfaͤltigſten Mittel vorſchlagen, denn es findet ſichöfters, daß dieſe in der brari die beſten ſind. aWenn man alle Arten der Gewoͤlber zu bauen ſicher gehen will, mußman vor erſt nur den 4 geraden Bogen nach dem halben Circul ver-ſtehen, und wiſſen, woher es kommet, daß ein ſolcher Bogen aus vielen Stuͤ-cken zuſammen geſetzet, alſo in freyer Luft ruhet. Dieſes verſtehet nun einjeder beſſer, als er es beſchreiben kan. Die Steine an ſich ſelbſt ein jeder be-onders drucken alle gerade herunter, weil aber immer einer den andern ver-Padere e drucken ſie zugleich alle nach dem Mittelpunct ihres Bogens, weilſie nun zugleich dahin drucken, ſo ſchlieſſen ſie ſich ſo nahe zuſammen, daß kei-ner weiter kan. Die Mauer aber wieder ſtehet zu beyden Seiten, daß dieſeSteine ſich den Weg nicht breiter machen koͤnnen, welches dieſelbe deſtokraͤfftiger thun kan, weil ſie das gantze Drucken des Bogens nicht empfin-det, denn es ruhet immer ein Stein ein wenig auf dem andern, und ſo vielſeine Ruhe austraͤget, ſo viel weniger Druckung fuͤhlet die Mauer von dem-ſelben. Alſo iſt der Grund aller Gewoͤlber, daß r. die Schlußſteine alle ge-en einem Centro ſollen gefuͤget ſeyn, 2. oben von dem Keyl an zu beydeneiten immer einer auf den untern wo nicht gantz doch guten theils ruhen.Aus dieſem erhellet, daß alle Sorten der Gewoͤlber zu verſtehen, undins Werck zu richten, vor allen die Wiſſenſchaft der Gewichts⸗Kunst noͤthigfey/ um eines jeden Coͤrpers Ruhe und Bewegung gruͤndlich zu verſtehen.Wer mit dieſer Wiſſenſchaft wohl verſehen iſt, kan allezeit, wenn ihmein kuͤnſtlich Gewoͤlbe zu machen aufgegeben wird, ſelbiges nach einem ver-juͤngten Maaßſtabe aus einem Holtze modelliren laſſen, oder auch aus Bley,um das Drucken und Ruhen wegen der Schwerigkeit dieſes Metalles deut-licher zu erkennen. Es muß aber nach dieſem verjüngten Maaßſtab der Bo-gen des Gewoͤlbes, deſſen Dicke, ſeine Auflagen, in Summa alles 1 imerck ·