Einleitung. rz
leme nichts unversucht, diese Vermählung zu Standezu bringen, deren Wichtigkeit für ihren Sohn siesehr woh! einsah; aber unfähig, ihren Stolz vorihrer Feindinn zu demüthigen, sehte sie ihren Ehr-geiz darauf, die Prinzeßinn unmittelbar von demStaate und dem Könige zu bekommen, und sie,so zu sagen, aus den Armen der Königinn zu reis-sen. Sie befriedigte dadurch zugleich ihren Haßund ihren Ehrgeiz, erhob sich mit ihrem Sohne,und demüthigte ihre Nebenbuhlerinn.
Varlllas giebt vor, baß Anna von Bretagne,diese Maaßregeln zu vereiteln, in Flandern und i»Deutschland geheime Unterhandlungen, über eineVerbindung ihrer Tochter mit dem Prinzen Carlvon Spanien, gehalten, und diese Vermählungohne Theilnehmung des Königes zu schließen ver-langt habe. Das Ansehen des VarillaS allein istnicht zureichend, ein so unglaubliches, und so we-nig erklärtes Unternehmen glaublich zu machen;aber das ist gewiß, daß die Königinn beständig ihrAugenmerk auf diese Vermählung mit dem Prin-zen von Spanien gehabt, und zu so vielen Trakta-ten *), in denen Claudia diesem Prinzen versprochenwurde, viel beygetragen hat.
Während dieser Unruhen fiel der König in eineKrankheit, die dem Scheine nach tödtlich war. DieAerzte verzweifelten an seinem Leben; die Betrüb-
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*) Die Traktaten von Trent vom Jahr i;«!, von Avisvon demselben Jahre, von kyon, von i zoz, von DloiS,von »zog.