Zweytes Kapitel. 255
Mcdicls zu Vortheilhast lag, und der mit dem Flo-rentinischen Staate vereinigt, diesen von dem Tosta- 1515.Nischen bis an das adriatische Meer erweitert habenwürde. Der Pabst, der diesen Vorwand der Fe.lonie sehr hihig ergriff, ficng an, wider den Her«zog gerichtlich zu verfahren, um dadurch gewalt-samere Mittel herbey zu führen, er nahm einenstrengen und unerbittlichen Zorn an. Da der Kö-nig inö Mittel für ihn treten wollte, bat ihn derPabst, von einem Rebellen nichts zu sagen, andem man nothwendig ein Beyspiel stiften müßte.
Der König stritt nicht weiter, als es nöthig war,die Aufopferung des Herzogs von ^rbino sich miteiner Erlaubniß zu Hebung eines doppelten Zehn-ten von den Kirchengütcrn seines Königreichs, undmit der Aufhebung der Bisthümer von Cham-,bery, und von Bourg-en-Breffe, bezahlen zu las-sen -). Diesen beyden neuen Bisthümer in Sa-voycn, die Leo der X. aus Gefälligkeit für denHerzog von Savoyen, oder vielmehr für Julianvon MediciS, der mit der Schwester dieses Her-zogs vermählt war, gestiftet hatte, waren zumSchaden einiger Französischer Bischöffe, und durcheine Verminderung ihrer Diäresen, errichtet wor-den, wider die ste, als wider einen Mißbrauch,protestirten. Das Parlament, das beständig auf-merksam ist, den Unternehmungen des römischenHvfey zu widerstreben, und zuweilen eifriger, dieFreyheiten der gallicanischen Kirche zu vertheidigen,
als
>) Lelcar. I. l§, n. 27-