Viertes Kapitel.' 287
Könige in die Wette, ihm zu dienen, und der Kai«ser ahmte ihnen nach, wenigstens verbot er, wie sie, ^ 5'6.allen seinen Unterthanen, bey den schärfsten Stra»fen, dem Herzoge von Urbino zu dienen. Die
Könige von Frankreich und Spanien waren nichtmit diesem Verbote zufrieden; Carl schickte denGrafen von Potenz«, mit einem Theile der Reuterrey, die zur Bewachung des Königreichs Neapelbestimmt war, zur Hülfe des Kirchenstaats; Franzder I. trug dem Lautrer auf, den Kern der meylän-bischen Truppen zur pabsilichcn Armee zu senden;aber Leo der X. der Franz dem l. nicht beygestandenhatte, da dieser von 'dem Kaiser war angefallenworden, konnte nicht glauben, daß Franz der l.ihm aufrichtig beysiehn wollte; er hatte sogar ei-nen Verdacht auf ihn, daß er das Unternehmendes Herzogs von Urbino heimlich begünstigt hätte,und rechtfertigte vielleicht durch diesen Verdachtdenjenigen, den man bey dem Einfalle des KaisersMaximilian auf ihn gehabt hatte; aber der Königmußte über ein solches Mißtrauen erhaben seyn; dieheimlichen Wege, die Winkelzhge waren ihm zuverhaßt, er konnte nicht einmal ertragen, daß manihn dazu fähig glaubte; er gab um eben diese Zeiteinen starken Beweis von seiner Empfindlichkeitüber diesen Punkt. Der Herzog von Geldern, einnatürlicher Bundesgenosse von Frankreich, weiserein nothwendiger Feind des österreichischen Hauseswar, hatte seit kurzer Zeit ansehnliche Zulüftungengemacht, um sich Frieslands zu bemächtigen. DieMinister des Königs von Spanien die darüber
erstaun