Z26 Zweytes Buch.
„eifersüchtige, aber zärtliche lind ehrerbietige Ber15 19» „mühungen, und nicht durch verhaßte Kampfe.
Aber zween Liebhaber derselben Geliebten schla«gen sich bisweilen um sie, wenn ihre Liebe zu leb-haft ist, und dieß unterblieb hier nicht.
Wenn man einen Blick auf die Abschilderungdes deutschen Reiches wirst, die man unter den Ab-handlungen am Ende dieser Geschichte finden wird,so wird man vielleicht nicht gar zu Vortheilhaft vondiesem Gegenstand urtheilen, dessen Befih den bey-den Helden des sechzehnten Jahrhunderts so reizendschien; vielleicht wird man finden, daß ihre Lei-denschaft blind war, wie sie es bey den meistenLiebhabern ist, und daß die zweydeutige Gunst die-ser Geliebten demjenigen, der sie erhielt, zu theuerverkauft wurde.
Aus dieser Abschilderung sieht man, daß diekaiserliche Krone alle Vorzüge des Glanzes und derHoheit, ohne Macht, und ohne Ansehen, hatte;daß auswärts der Kaiser der erste Monarch derChristenheit war, daß niemand ihm den Rang strei-tig machte, daß er zu Hause das eingeschränkteOberhaupt einer Versammlung regierender Ständewar, die ihm stets widersprachen, die ihm nichtsals die Titel liessen, und die Vorrechte derselbenfür sich behielten s).
Was die Churfürsten betrift, so hatten sie vonbeyden Seiten Klippen zu vermeiden; der Kaisermußte schwach genug seyn, daß er die deutsche Frey-heit
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