Erstes Kapitel. 327
heit nicht unterdrücken konnte, er mußte mächtiggenung seyn, Deutschland wider die Türken zu 1519.schuhen, und bey Gelegenheit die vorgegebnen Rech»te des Reiches zu behaupten; er mußte reich genugseyn, die Stimmen der Churfürsten gut bezahlenzu können; aber er mußte dabey arm genug seyn,um das Recht, sie zu unterdrücken, wenn er ihrOberhaupt seyn würde, nicht erkaufen zu können;da nun derjenige der größte Feind eines freyenStaates ist, der sich zum Herrn darüber machenkann, so fürchteten die Churfürsten, nebst allen .deutschen Ständen, die Waffen der Türken nichtso sehr, als die Macht des Kaisers.
Diese Gesinnungen kannte der König vonSpani-n besser, als Franz der l. Dieser glaub»te, die ganze Welt wäre vom Ruhme so sehr g«blendet, als er rs war, er betrachtete seine Siegeund seine Eroberungen als so viele Rechte auf denkaiserlichen Thron; Carl, der klüger war, suchtesich durch sein »«berühmtes Leben, und durch seineSchwachheit zu empfehlen. Franz warf ihm so-gar nachher vor, daß er des Reiches unwürdighätte scheinen wollen, um eö gewisser zu erhalten,und daß er, wie Brutus, aus Politik sich einfäl-tig gestellt hätte, um seinen Endzweck zu errei-chen.
Die Charakter der Minister, welche die beydenKönige zu ihren Unterhandlungen mit dell Churfür-sten brauchten, stimmten zu den Charakteren ihrerHerren: der Cardinal von Gurck, und der GrafHeinrich von Nassau verbargen eine große FeinheitX 4 " gntsr