Band 
Zweyter Theil.
Seite
41
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Erstes Kapitel. 41

er von diesem Kriege erwartete, so möchte er viel-leicht gegen die allgemeinen Vortheile kaltsinnigwerden, und denLiguirten zur Eroberung des Mey-landischen nicht mehr so aufrichtig beystehen; viel-leicht möchte er gar ungetreu werden, und mit denFranzosen einen besondern Frieden schließen, damiter sich durch einen Tractat den Besitz dieser Plä-tze um so mehr versicherte. Und wirklich fieng auchkurz nachher Leo der X. eine geheime Unterhandlungmit dem französischen Gesandten an: aber voritztwar der Argwohn zu übereilt: er war selbst um soviel ungerechter, als Colonna, der in der ganzenArmee, nach Guicciardini, dem Pabste am mei-sten ergeben war, wider Willen die Belagerungvon Parma unternommen, und den Zug insMey-ländische, als die erste Unternehmung, vorgeschla-gen hatte.

Mitten unter diesen Bewegungen von Unruhe,Ungewißheit und Furcht ward ein großer Kriegs-rath gehalten, und die Frage aufgeworfen, ob mandie Belagenmg von Parma fortsetzen sollte. AlleOfficiers stellten gleichsam um die Wette dieSchwierigkeiten dieses Unternehmens vor, und ver-größerten die Gefahr; man würde sich bald zwischendem Platze und der französischen Armee eingeschlos-sen sehen; Lautrer würde das alliirte Lager blokiren;man konnte keine Zufuhr, keinen Unterhalt mehrerhalten, ohne sich durchzuschlagen; Lautrec hattevon Meyland her, und der Herzog von Ferraravon der Seite des Kirchenstaats, alle Passe ver-rennet, ein allgemeines Treffen könnte die Armee auf-C 5 reiben.

IZL!