Band 
Zweyter Theil.
Seite
66
JPEG-Download
 

66

weytes Buch.

-^>7» werden sollten. Der Cardinal von Medicis war

15 ri derjenige, der unter allen die meisten besaß. Alsowaren diese beyden Cardinäle Wolsey und der vonMediciö gleich anfangs offenbare Nebenbuhler.

Aber dieser letztere hatte selbst seinen Namen,und die nahe Verwandschast mir dem verstorbenenPabste gegen sich; denn die Cardinäle mußten sichfürchten, diese Krone in einem mächtigen Hauseerblich zu machen. Dem Cardinal Wolsey wardie Faction eben des Kaisers aussätzig, auf welchener so viel gerechnet hatte; er hatte unmittelbar nachLeo des Xten Tode an den Kaiser geschrieben, undihn seines Versprechens erinnert. Der große Eng-lische Unterhändler, Richard Pace, hatte zu glei-cher Zeit Venedig, wo er nur seinem Herrn diente,verlassen, und nach Rom gehen müssen, diesem ehr-süchtigen Cardinale zu dienen: aber die spitzfindigeFalschheit derkaiserlichenFactionbetrog den Scharf-sinn dieses Ministers, und es scheint, daß sie selbstdem feinen Auge der Italianer entwischt sey.Guicciardini stellt die Wahl, die in dem Conclavevorgieng, als einen sonderbaren Erfolg des Unge-fehrs zu, wovon sich keine Ursache angeben läßt.Diese Ursache findet sich gleichwohl in der künstli-chen Tücke, die die Cardinale der kaiserlichen Par-tey aussonnen; sie wollten weder den Cardinal vonMediciö, noch den Wolsey ernennen, sondern denAdrian, der ein Lehrmeister Karls des Fünften, undin dessen Abwesenheit Statthalter in Spanien ge-wesen war. Dieser hatte sein ganzes Glück demKaiser zu danken, und wenn er ihm noch die päbst-

ljche