Erstes Kapitel. 71
Medicis hatte, in der Ungewißheit des Erfolgs, ge-glaubt, er thäte am besten, wenn er die päpstlichen i-zrr^Truppen abdankte, und war in größter Eilfertigkeitnach Rom gegangen, um auf feinen eigenen Vor-theil in dem Conclave zu wachen: Die Schwä-chung der Mimen hatte den Lauf ihrer Eroberun-gen gehemmet: über dem fand sich ein Geldmangelein; und wie war es möglich, fremde, und um Solderkaufte Truppen , die den größten Theil der Ar-mee'ausmachten, ohne Bezahlung zu behalten ? DieAlliirten hatten allezeit auf Leo des Xten Schätzegerechnet; und dieser Pabst hatte auch fast alleinalle Unkosten zum Kriege hergefchoffen. FranzMaria von Rovers machte sich den Augenblick, daer keinen Feind mehr hatte, zu nutze, sein Herzog-thum Urbino wieder zu erhalten '*); Seine Tapfer-keit, seine Armuth, feine langen Widerwärtigkei-ten machten, daß man sich seiner annahm: fünfbis sechshundert gutherzige Soldaten hiengen ihmohne eigennutz, ohne Besoldung an, und .mit dieserkleinen Mannschaft eroberte er fast sein ganzes Her-zogthum in wenig Tagen. Die Baglioni gabensich gleichfalls Mühe von Perugia wieder Meisterzu werden; Der Herzog von Ferrara stund noch inden Waffen, um seine Staaten wieder in Besitz zunehmen. Auf der andern Seite mußten die Alliie-ren dem Schweizerbunde Rechenschaft geben, war-um sie ihre obrigkeitlichen Befehle aufgefangen, undgering geschäht, und ihre Soldaten betrogen undverleitet hätten '). Die Alliirten hatten sich ge-E 4 schmei-
k) Ivlem. <ls clu r.
l) Lelcar. lib, ib.