Band 
Zweyter Theil.
Seite
75
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Erstes Kapitel. 75

gieng so weit, daß die Armen, die nur zween Tha-ler hatten, einen Hingaben, und sich gern die noth- izrrwendigsten Bedürfnisse des Lebens versagten, wennnur die Franzosen aus dem Meyländischen gejagtwürden. Man sieht leicht, wie diese Wirkungender Beredsamkeit des Andreas von Ferrar« durchdie Gesinnungen der Gemüther vorbereitet waren,die das grausame Joch der Bruder von Foix be-reits in Wallung gesetzt hatte. Ein neuer undüberzeugender Beweis, daß die Härte ein sehr un-wirksames Mittel ist, sich der Treue der Untertha-nen, und sonderlich eroberter Unterthanen zu ver-sichern. Die Wirkung, die von der Strenge her-vorgebracht wird, dauret nicht langer, als die Ge-walt desjenigen, der sie gebraucht: Der Haß, densie um so vielmehr erbittert, als sie ihn in Kettenlegt, zeigt sich bey dem erstenUnglücke wüthend undunbändig: die Gnade allein hätte ihn erstickenkönnen.

Guicciardini diente dem gemeinen Besten nichtweniger durch die kluge Vertheidigung von Parma °).

Die Franzosen hatten die Erledigung des römischenStuls als eine günstige Gelegenheit angesehen,

Parma wieder zu erhalten. Unter dergleichen Zwi-schenregimenten sind die Unterthanen eben nicht stolzauf einen Eifer, dessen Gegenstand noch ungewißist, und die Gouverneurs sorgen mehr für ihren ei-genen Nutzen, als für die Sicherheit der Plätze.Guicciardini war damals Befehlshaber in Parma,und dachte edler: er sehte seinen Ruhm darum, daß

er

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