76 Zweytes Buch.
<-*-> er das Vertrauen verdiente, womit man ihn beehrt
1522 hatte. Da ihm die vom Hause Medicis, seineFreunde, diesen Ort übergeben hatten, ihn für demrömischen Stul zu vertheidigen, so glaubte er, ermüsse denselben diesem Stule erhalten, wenn auchgleich ein Feind des Hauses Medicis darauf zu sitzenkäme. Nichts ist schöner, als die Erzählung dieserVertheidigung in der Geschichte der italiänischenKriege: Man siehet in der Aufführung des Guicci-ardini alles, was die Unerschrockenheit zu unterneh-men fähig ist, wenn sie von der Klugheit geleitetwird: Man siehet diesen Gouverneur, der allein ge-nau von der Stärke der Belagerer unterrichtet ist,die die Furcht in den Augen der Belagerten vergrös-sert, wie er den Soldaten Muth einspricht, die ernicht bezahlen kann, wie er ein erschrocknes Volkaufrichtet; wie er dreymal den Vorstellungen, denBitten, den Drohungen der Stadtobrigkeit wider-stehet, die ungeduldig wird, und sich ergeben will^Diese Obrigkeit sagt ihm endlich unter Augen,wenner eigensinnig genug ist, und untergehen will, so sinddie Einwohner entschlossen, ohne ihn zu capituliren.Indem man ihm noch diese Entschließung bekanntmacht, erhebt sich ein großes Geschrey von denWällen und den Wachten an allen Thoren; dieGlocken auf dem hohen Thurm werden geläutet.Dies war das Zeichen des Sturms; man siehet dieFranzosen, wie sie aus dem Codiponte gehen, dessensie sich bemeistert hakten: sie rückten mit Sturmlei-tern derVestung näher. Guicciardini eilet, anstattaller Antwort, die die Abgeordneten des Stadt-raths