Sechstes Kapitel. 159
rechtmäßig und leicht vorstellte. „Es bedurfte„eben keines großen Redners, sagt Pasquier*),um„denjenigen zu überreden, der es von sich selbst
„schon wäre,,. Der Verdruß des Connetable machte
ihn blind, in Absicht auf die Folgen dieses Handels,auf das gerechte Mißtrauen, mit welchem er dieVersprechungen des Kaisers hätte prüfen sollen, aufdie Schändlichkeit der Verrat'herey, auf den Ab-scheu, den er von seinem Vaterlande fürchten, undauf die Verachtung, die bey eben denen Feinden,denen er sich überlieferte, auf ihn warten mußte.Er stürzte sich blindlings in ein Verbrechen und insUnglück.
Der Kaiser machte es Mit dem Könige vonEngland eben so, wie mit dem Connetable; undum ihn zu gewinnen, schmeichelte er ihn mit derHoff-nung blendender Vortheile. Aber Heinrich derVHI. war weniger von Leidenschaften aufgebracht,als Bourbon, und deswegen auch weniger leicht-gläubig. Beaurein, der ihm einmal für den Con-netable gut sagen wollte, stellte ihm das Schicksaldieses Prinzen, und die Bedingungen vor, unterwelchen man auf ihn rechnen könnte. Gut, ver-setzte Heinrich der VHl: mit einem Ungestüm, derseine Eifersucht verrieth, und was kriege ich?Sire, antwortet Beaurein : Sie sollen Königvon Frankreich werden. Dann wird es Mü-he kosten, sagt Heinrich, daß mir der Herr vonDombon gehorche. Man wird in der Folge se-hen,
*) krtguier keckercb. äe ls k'rsnce Libr. 6. cli. is.