Band 
Zweyter Theil.
Seite
210
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Zweytes Buch.

e-x-, den haben, ihm durch einen Meuchelmord dienen zurzrz wollen. Die italiänischen und spanischen Geschicht-

schreiber verrathen hierbey nicht den geringsten Arg.wohn; sie sagen nicht einmal, daß man einen ge-faßt, oder sich angestellt habe, als ob man einengefaßt hätte. Und in der That, wenn wir hier auch

den bekannten Charakter Franz des lten aus denAugen sehen wollten, was hätte er sich von dem To-- de des Sforza versprechen können? War Sforzawirklich eine Hinderniß der Entwürfe des Königs?Regierte Sforza in Meyland? War es nicht derKaiser, herunter SforzaS Namen herrschte, undder nach dessen Tode, in einem eingezognen Lehn,unter seinem eignen Namen geherrscht haben würde?

Die Armee der Alliirten war noch nicht bey-sammen. Prosper hatte eine lange Krankheit aus-gestanden, und war mehr mit seiner Genesung, alsden Angelegenheiten der Ligue beschäfftiget. Erkonnte sich nicht einbilden, daß die Franzosen nachdem Abfalle der Venetianer wirklich noch die Ge-danken hätten, das Meyländische wieder zu erobern.Anton von Leva, der ungefähr mit einem fliegendenLager von Spanien bey Asti stund, eilte Valenz»wieder einzunehmen, er tödtete von den Belagertenvierhundert Mann, und machte verschiedene Gefan-gene, unterwelchen Birago selbst war; hieraufgienger wieder nach seinem Posten bey Asti. Bald abertrieb ihn die Annäherung der ganzen französischenArmee bis jentseitsdes Ticino: und Bonnivet wardohne Hinderung Meister von dem Theile des Mey-ländischcn, das diesseits dieses Flußes liegt.

Colon-