Band 
Zweyter Theil.
Seite
211
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Siebendes Kapitel.

Colonna, der nun gewiß sah, daß die Franzo-sen auf das Meyländische einen Anschlag machten,versammlet in der Eile einigeVölker, und rücktvor,um ihnen den Uebergang über den Ticinio zu ver-wehren. Er verlegt die Posien seines Lagers längstden Fluß von Turbigo an bis nach Biagrasso. DieFranzosen rücken durch Vigcvano, etwas unterdem Lager derAlliirtenvor, und setzen, theils durchFurchen, theils in Booten, zwischen Biagrasso undBinasco über den Fluß, nachdem sie einige Deut-schen, die von dieser Seite den Fluß besetzten, mitKanonenschüssen auseinander gesprengt hatten.

Eolonna, dem sein Entwurf dergestalt verrückt,und der nicht mehr im Stande war, der französi-schen Armee zu widerstehen, zog sich eilig nach Lo-di zurück: Anton von Leva warf sich, mit drey tau-send Mann Infanterie, und hundert Gensd'armenin Pavia, und nunmehr stengen die Alliirten an fürMeyland zu zittern. Diese Hauptstadt war kaumim Stande sich zu vertheidigen. Man hatte ver-säumt, die Mauren wieder herzustellen : aber ihreBesatzung war sehr zahlreich, sie machte fast eineganze Armee aus. Die meisten Geschichtschrei-ber behaupten, Bonnivet habe einen unverzeihlichenFehler begangen, daß er nicht gleich gerade aufMeyland gegangen wäre: Er hatte diesen Platz, inder Bestürzung, in welcher die Alliirten stunden,sogleich mit stürmernder Hand einnehmen können;eben so behauptet man, Hannibal hätte nach demTreffen bey Cannas gleich vor Rom rücken sollen:alle dergleichen Urtheile können oft sehr voreilig seyn.

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