242 Siebendes Kapitel.
<->(-> Da der Rückzug der Franzosen den Bayard inrzrz den Händen der Kaiserlichen ließ, so erwies ihmder Marquis von Pescara alle Ehre, die er gernder Tugend verschwendete, wenn sie ihm nicht mehrfürchterlich war: Er stund ihm in seinem Sterbenbey; Er beweinte ihn nach seinem Tode, und dieThränen, womit die Spanier die Asche des Bayardverehrten, wichen den Schmerzen nicht, womit dieFranzosen seinenVerlust beseufzten. Bayard fand,selbst bey seinen Feinden,, nichts als Bewundererund Freunde, die mehr als einmal seine Großmuthan sich erfahren hatten, wenn sie das Glück derWaffen in seine Hände warf. Sein Leben *) istein Gewebe von erstaunlich großen Thaten und tu-gendhaften Handlungen. Er war allezeit Siegerin Tournieren, in Zweykämpfen, kühn in unvermu-teten Ueberraschungen, klug und behutsam in wich-tigern Unternehmungen. Er war der größte Krieger.Sanft,natürlich,ohne falsch,bescheiden im gesellschaft-lichen
*) Sein Leben ist von feinem Secretär geschrieben,der sich aber nicht genannt hat. Drey Jahre nachLayards Tode 1527 trat es zum ersten male ausLicht. Die Seele dieses Helden scheinet in diesemLeben alle Tugenden, ohne Mischung von Fehler,in sichMreinigt zu haben. Man möchte glauben,daß der Verfasser desselben von seinem Eifer hin-gerissen sey, oder daß er der Nachwelt ein chymäri«sches und unnachahmliches Muster habe malen wol-len. Aber seine Erzählungen werden von allen Ge-schichtschreibern, die zu diesen Zeiten leben, Franzosensowohl als Ausländern, bestätiget; als Johann vonAutün, Martin dü Bcllai - Langey, SymphorianChampier, Guicciarbini, Paul Jovius, Galeaz Carpella, Mambrino Roseo rc.