Band 
Zweyter Theil.
Seite
307
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Neuntes Kapitel. ^07

„Rechnen sie seine Gegenwart und sein Exempel für„nichts? Ach! Hören sie auf, ihn durch eine Vor- 1525

„sichtigkeit zu entehren, die seiner und unsrer unwür.

„dig ist! In den Feldern von Pavia, und nicht„hinterher schimpflichen Decke der Mauren vonBi-„nascomüssen wir unserHeil suchen; diese verzagte„Behutsamkeit, der ich ehemals nur zu thöricht„gefolgt bin, gilt nicht mehr. Europa federt uns„zur Rechenschaft über die Ehre unsers Königs:

„wir müssen dieselbe durch den Sieg ,^der durch den„Tod ablegen.

Der Marsshall von Chabannes wollte antwor.ren, und den Rath der alten Generale rechtfertigen.Bonnivei siel ihm in die Rede. „Herr von Chaban-nes, sagte er ihm, „sie reden mehr nach dem Ein-geben ihrer Jahre, als nach den Trieben ihres„Herzens. Es würde ihnen sehr nahe gehen, wenn„ihnen bey dieser Gelegenheit der Ruhm entwi-schen sollte. Dies würde das erstemal seyn, daß„sie einem anrückenden Feinde auswichen. Der„König hat heut ihrer gewöhnlichen Tapferkeit nö-„thig, und nicht der übertriebenen Klugheit, die ih°

„nen selbst fremd ist,,.

Bonnivet hatte das Unglück, den König zuüberreden, oder schon überredet zu finden. DerEntschluß ward gefaßt, den Feind in den Verschan-zungen zu erwarten; und man glaubte, Fürsichk undTapferkeit mit einander zu verbinden, wenn mansich gegen ihn ein wohlgelegenes, und stark bevestig-tes lager zu nutze machte. Die Franzosen stundenitzk wirklich in einer eben so glücklichen Stellung,

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