ZZ8 Zweytes Buch.
den keinen Grund der so beißenden Satire, womit152; einige derselben die Aufführung dieses Generals an-geschwärzt haben.
Man wirft ihm zuerst vor, daß er die Belage,rung von Pavia der von Lodi vorgezogen habe.
Aber es ist unstreitig, daß Pavia weniger imVertheidigungsstande war, als Lodi, und also auchleichter zu erobern schien. Dies war eine wenigstensscheinbare Ursache des Vorzuges, sonderlich amEnde eines Feldzuges, und gegen den Anfang desWinters.
Man beschuldigt ihn ferner, er habe den Königgegen den Rath aller alten Generale die Schlacht zuliefern bewogen: man glaubt in diesem Streite vonMeynungen den Eigendünkel zu sehen, der gegen dieErfahrung ringet, und der durch den Urtheilöspruchder Verwegenheit sieget. Bonnivet wollte dem Kö»nige der Schande überheben, vor seinen Feinden, undsonderlich vor seinem aufrührischen Unterthan zufiiehn: und wenn man erwegt, daß zur Vermeidungdieses Schimpfs nichts mehr nöthig war, als nur inseinen Verschanzungen zu bleiben; daß Bonnivetdas Lager auf eine Art abgestochen hatte, daß es un-ersteiglich war; daß, wie die Geschichtschreiber bezeu.gen, selbst nach der Bresche in den Mauren desParcs von Mirabel der einzige Genouillac mit seinerArtillerie die kaiserliche Armee hätte zu Grunde rich,ten können; so wird man sehn, daß es Bonnivetnicht sey, dem man das Unglück dieser Schlacht an-rechnen muß, man wird selbst glauben, daß ihm eini-ges Lob dafür gebühre, daß er die Ehre seines Herrn