Z4v Zweytes Buch.
Herrn in größer« Gnaden gestanden, so würde er152; heut zu Tage in unsern Geschichtsbüchern, da er nochziemlich sanft behandelt wird, mit schwärzern Farbengemalt seyn. Es scheint, die Geschichtschreiber ha,den sich verschworen, daß sie den Königen das Talentnicht zugestehen wollen, ihre Freunde zu wählen.
ZehentesKapitel.
Feindseligkeiten in der Piccardie
in den Jahren 1524 und 1525.
^l^on der Seite der Piccardie erhielten die Fron,sl ^ zosen einige Vortheile über die Kaiserlichen,die aber durch einen unersetzlichen Verlust er»kauft wurden. Von St. Omer war bis nach Aireeine Art von Canal gezogen: dieser Canal war beymEingänge eines jeden Weges, der dahin führte, mitSchanzen und Artillerie bedeckt, und dies nannteman deswegen den Paß von den Neungraben: ober.halb dieses Canals war zwischen St. Omer und Cas»sel ein sehr fruchtbares Thal, welches man dasThal von Cassel hieß: hier trieben die Flämingeihr Vieh auf die Weide, und die Einwohner der be-nachbarten Flecken und Dörfer flüchteten hieher, alsin eine Freystadt, dazu man unmöglich kommenkönnte, alle ihre Habseligkeit und Schätze. Derunermüdete Pontdormy, der in der Piccardie unterdem Herzoge von Vendome commandirte, gieng vonMonkrevil, um Therouenne mit Lebensmitteln zu ver-sehen, und nahm sich vor, beyläufig den Neungarten
zu