Eilftes Kapites. Z47
und'die von ihren Predigern unterrichtet waren,daß in der ersten Kirche alle Güter von den Glaubt-gen gemeinschaftlich besessen waren, bildeten sich ein,diese Gewohnheit müsse auf ewig dauern, und ollesEigentumsrecht sey durch das Evangelium aufge-hoben. Unter diesem Umstände durchstreiften siedas Land, und verwüsteten es durch ihre Straßen-raubereyen.
Im Innern des Königreichs war es nicht ruhi-ger. Eine Menge von Mißvergnügten suchte nichtsanders, als Unruhen zu stiften, die in der Abwesen-heit oder unter der Minderjährigkeit der Könige fastunvermeidlich sind: alle Greuel, welche die Gefan-genschaft des Königes Johann über Frankreich ge.bracht hatte, schienen sich zu nähern. Ganz Frank-reich war in Trauer gehüllet: jedwede Familie, undsonderlich die vom Adel, forderte mit ihren Thräneneinen Vater, einen Ehegatten, einen Sohn von demHimmel zurück. So viel Arten von Verlust ver-ursachten im ganzen Königreiche eine große Gäh-rung von Bitterkeit gegen die Regierung, die meh.rentheils in so fern nur geliebt und verehret wird,als sie glücklich ist.
Unter der glänzenden und bisher glücklichen Re-gierung Franz des I. war man mit dem Parlementnicht behutsam genug umgegangen. Die Verkäuf-lichkeit der Aemter, die Sache des *) Concordatühaben dasselbe verdrießlich gemacht: es wollte denCanzler dü Prat, dem es verschiedne Mißbrauche in
der
*) Wir werden davon in der Kirchcnhistorie dieserRegierung handeln-
1525