Z54 Zweytes Buch.
k-ri-) weniger nöthig, und schmeichelte seinem Stolze we-1525 niger. Bis dahin hatte er ihm jederzeit eigenhän-dig geschrieben, und unterzeichnet >>): Euer Sohnund Vetter Karl Nach der Schlacht von Pa-via glaubte er, es wäre genug, wenn er ihm durchseinen Secretar schreiben ließe, und unterzeichnetesich schlechtweg: Karl. Verächtliche Verände-rung, durch welche der Kaiser selbst alle Schmei--cheleyen, die er bisher dem Cardinal verschwendethatte, als Niederträchtigkeiten angab. Eine großeSeele würde so eine lächerliche Wirkung des Glückskaum der Bemerkung gewürdiget haben: aber Wol-sey ward dadurch erbittert, und aus Rachgier über-redete er seinen Herrn, die Gesandten, welche dieRegentinn zur Friedensunterhandlung nach Eng-land schickte, günstig aufzunehmen *).
Heinrich der VIll. wollte Mäßigung und Groß-muth sehen lassen '). Er erklärte sich, daß er vonFrankreichs Unglücke gerührt wäre, und weit ent-fernt, dasselbe vergrößern zu wollen, wollte er viel-mehr seine Vermittelung, oder seine Waffen anwen-den, es zu endigen: Man unterzeichnete auch wirk-lich den gasten Aug. zu Moore in England verschie-dene, theils Vereinigungs - und theils Handlungs-tractate. Heinrich der VIII. verband sich feyer-lich Franz dem lten unter billigen Bedingungen, dar-über
l>) Lelcsr. I.id. 1Z. > 1 . ZZ.
i) Luiccisrä. l.ib. »6.
*) Es warm Johann von Brinon, OLerpräsident desParlements von der Normandie, und Johann Jo-achim Passano, ein Genueser. Sie hatten beyder-seits große Talent« zu Unterhandlungen.