Eilftes Kapitel. 355
über der König von England urtheilen sollte, dieFreyheit zu verschaffen; Er übertrieb schon seinen 1525Eifer für die Vortheile seines neuen Bundesgenos-sen, und wollte in dem Tractat ausdrücklich ange-führt wissen, daß das Königreich Frankreich wegeneiner Ranzion des Königs nicht sollte zerstückt wer-den können: Die Regentinn versprach die rückstän-digen Wikthumsgelder der Herzoginn von Suffolk,der Wittwe Ludwigs des XU. und Schwester Hein-richs des VHI. zu bezahlen: Sie erkannte sich imNamen des Königs, ihres Sohns, für eine Schuld-nerinn von einer Million und achtmal hundert tau-send , sieben hundert und sechs und dreyßig Son-nenthaler gegen den König von England. DieseSumme mit der zusammen gerechnet, die man un-fehlbar für die Ranzion des Königs erlegen müßte,konnte Frankreich gänzlich erschöpfen: und deswegenprotestirten auch die vornehmsten Bedienten desKönigs gegen diesen Artikel des Tractats: ihreProtestation ward dem geheimen Register des Par-lements einverleibt, damit der König, oder vielmehrder Staat, im Fall der Noth, Gebrauch davonmachen könnte.
Die Regentinn und ihr Ministerium hattennicht weniger versäumt, sich mit dem Kaiser in Un-terhandlungen einzulassen. Ganz Europa hielt aufden die Augen gerichtet, um zu sehen, wie er desSieges gebrauchen würde. Er ließ sichs eingele-gete seyn, ganz Europa mit dem Schein einer hel-denmüthigen Mäßigung zu verblenden, die blosZ 2 gegen