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Eilftes Kapitel.
entsagt, aber sie hatten ihr schlecht gedienek: sie hat-ten keinen Theil an dem Zuge nach Marseille genom-men , noch an dem letzten Kriege in dem Meylän-dischen, der eine Folge davon war, und der Kai-ser , ihr natürlicher Feind, brauchte keines andernnoch bessern Vorwandes gegen sie, theils die allge-meinen Rechtsansprüche des Reichs, theils die ei-genthümlichen Prätensionen des Hauses Oesterreichgeltend zu machen.
Dem Exempel der großem Machte waren diekieinern Staaten gefolgt, und der Ligue eben so un-getreu gewesen: Lueca hatte mit der Bezahlung derSteuern eingehalten; Siena hatte sich dem Herzogevon Albanien unterworfen; der Herzog von Ferrarahatte, während der Belagerung von Pavia, denFranzosen Hülfe geleistet; und eben dieser Herzogvon Ferrara befand sich damals in den zweydemig-sten Umständen. Er war ein Feind des Kaisers,gegen den er den Franzosen bengestanden hatte, undder gleichwohl Lehnsherr von Reggio und Mohenaseyn wollte: er war noch mehr ein Feind des Pab-stes , der ihm Moden« vorenthielt, und der, nachdemSystem aller vorhergehendenPäbste, vorBegier-de branme, seine übrigen Staaten zu verschlingen:Er mußte besorgen, diese beyden Mächte möchtensich mit einrnder vereinigen, und ihn gemeinschaft-lich zu Boden schlagen, oder eine von beyden möch-te ihn der Rachgier und ,dem Widerwillen der an-dern verkaufen. Und der Pabst, dessen schwankendeund furchtsame Politik allezeit nur die nächste Ge-fahr zu entfernen suchte, eilete auch wirklich einenZ 4 beson-