Band 
Zweyter Theil.
Seite
360
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z 6o Zweytes Buch.

besondern Tractat mit dem Kaiser zu schließen, und1525 in diesem Tractate bedung er sich den Herzog vonFerrara alS ein Opfer aus ^). Mein, wenn derHerzog mit dem Kaiser ausgesöhnt war, so hatteer von dem Pabste nichts zu fürchten; er zog alsoKarln aufseine Seite; er erkannte die Städte Reg-gio und Rubiera für Reichslehne, und zwang durchdiese Unterwerfung den Kaiser, ihn, als seinen Va-sallen zu schützen. Wegen der Zuführe des Sal-zes in das Meylandische zerfielen der Pabst, undder Kaiser vollkommen: jener wollte das Salz vo»Cervia verkaufen, und der Kaiser war mehr fü:den Vortheil seines Bruders, des Erzherzogs Fer-dinands, der in seinen Staaten, in der Nachbar-schaft von Meyland, ergiebige Salzwerke hatte:überdem entschuldigte er sich damit, daß er demHerzoge von Meyland nicht verwehren könnte, seinSalz zu kaufen, wo er wollte: inzwischen nahmendie kaiserlichen Truppen in den Städten von Pia-cenza nach eigenem Gefallen ihre Ouartire, und der'Pabst verlor alle Vortheile eines übereilten Tra-ktats , den ihn seine Furcht mit dem Kaiser zuschlies-sen gezwungen hatte.

Die klugen Venetianer waren mit ihrem Tra-ktate nicht so eilig: sie wußten unter einer vorsichti-gen Langsamkeit ihre Schwäche besser zu verbergen;sie ließen sich in Unterhandlungen ein, aber zr, glei-cher Zeit wandten sie unter der Hand alle Künstean, theils den Tractat des Pabstes mit dem Kaiserzu brechen, theils den Verdruß noch mehr zu er-bittern,

rn) Lelcar. I,. lg. n. 27.