Eilftes Kapitel. Z8Z
griffen, in Belagerungen, in Streifereyen setzte e^'je-den in Erstaunen, durch die ganz unglaubliche Hur.tig keit, durch welche er allenthalben gegenwärtig war,die fast allezeit auch den wachsamsten Feind über.raschte, die ihm nicht erlaubte in der Hitze des Ge.fechtS sich zu besinnen. Diei italienischen Beschicht,schreibet machen eine sehr nachteilige Schilderungseines Charakters: Guicciardino sagt von ihm: „die-ser hochmüthige, gefährliche, falsche Mensch„verdienet von Geburt mehr ein Spanier, alsJtalianer zu seyn *). Dergleichen Natioyalvor.würfe können leicht mit gleicher Bitterkeit zurück ge.geben werden: inzwischen ist eö doch gewiß, daß derCharakter des Pescara den Spaniern eben so sehrgefiel, als er den Jtaliänern zuwider war. Diespanische Infanterie, deren General. Capitain erwar, hatte eine unendliche Liebe für ihn.
Der Erbe aller seiner Güter, und seine Thalenkewar sein Vetter, der Marquis du Guast, dem ersterbend noch seine lieben spanischen Soldaten, undseine zärtlich geliebte Gemahlinn, Victoria Colon.na **) anbefahl,: Er ward von ihr nicht weniger ge.liebt: wahrend seiner Gefangenschaft, nach derSchlacht bey Ravenna, hatte er ein sehr zärtlichesWerk geschrieben, und derselben zugeeignet. Es
ist
*) Das Haus Avalos war ursprünglich aus Catalo-nien: allein die Vorfahren des Pescara hatten sichunter dem Könige Alphonsus dem Großmüthigen,lm Anfange des funfzehenden Jahrhunderts, im Nea-politanischen niedergelassen.
**) Sie war seine Muhme oder Nichte K I» mväs äs
Lreragne.
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