Eilftes Kapitel. Z85
und wie er sich in Absicht auf seinen Gefangenen be-tragen müßte >). Der Bischof von Osma, feinBeichtvater, hatte die Ehre der Meynung zu sey»,daß man den König ohne Ranzion auf freyen Fußsetzen, und einen dauerhaften Frieden, der sich aufGroßmuth und Erkenntlichkeit gründete, mit ihmmachen müßte; ein vortrefflicher Rath, wenn dieMenschen zu so einer erhabenen Politik aufzusteigenwüßten. Allein der Herzog von Alba glaubte, dieseGroßmuth sey zu romanenhaftig, und geschickter zueinem Ausputze einer Lobrede, als zum Gebrauch inder Politik: er rieth also die gegenwärtigen Umstän-de so vorcheilhaft zu gebrauchen, als es nur möglichwäre, und keinen Frieden zu machen, als auf dieglücklichsten Bedingungen für Spanien. DieserRath ward genehmiget, und Beaurein überbrachtedem Könige, der damals noch in Pizzighitone war,folgende Bedingungen seiner Freyheit.
Man federte i) er sollte allen seinen Rechtenund Ansprüchen auf Italien entsagen.
2) Er sollte Burgund abtreten, oder vielmehr,wie sich der Kaiser ausdrückte, Burgund wieder her-ausgeben, weil es ein Erbgut der Maria von Bur-gund, einer Großmutter des Kaisers wäre; er solltealler Souverainität über Flandern und Artois ent-sagen.
* z) Er sollte den Herzog von Bourbon in alleseine Güter wieder einsetzen, und ihm noch dazu Pro-venze und das Delphinat abtreten: alle diese Staa-
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