Band 
Zweyter Theil.
Seite
395
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Eilftes Kapitel. Z95

den ratificiren, und von allen Parlementern feinesKönigreichs inregistriren zu lassen; endlich sollte ihn 1526auch der Dauphin unterschreiben, so bald er in dasvierzehnte Jahr seines Alters getreten seyn würde.

Üeberdem gab er Geiseln, und zwar die kost.barsten Geiseln, nämlich seine beyden ältesten Söh.ne. Man ließ ihm nur die Freyheit, an die Stelleseines zweyten Sohns, zwölf der größten Herren desKönigreichs, die der Kaiser ernennen sollte *), zu ge.den; eine Freyheit, von der die Regentinn keinenGebrauch zu machen gut fand, weil der Kaiser durchseine Wahl der zwölf Geiseln, Frankreich der bestenFeldherren beraubte, die es noch hatte.

Diesen Tractat von Madrid, in welchem Frank-» reich seine Schande und seinen Untergang sah, hieltder Canzler des Kaisers den wahren Vortheilen sei-nes Herrn eben so nachtheilig. Er hätte gewünscht,daß der Kaiser durch einen dauerhaften Ttractat mitden Mächten Italiens die Ligue erstickt, Franz den!. im Gefängnisse gelassen, und seine Waffen gegenBurgund gewandt hätte: denn dies Herzogthuw hät-te er weit sicherer durch eine Eroberung in seine Both.Mäßigkeit gebracht, als durch einen Tractat, dessen

Bruch

») Dieser Friede wäre jenem, den einmal die Schafemit den Wölfen machten, und denen sie ihre Hundezu Geiseln gaben, zu ähnlich gewesin. Die zwölfG-iseln, die der König an statt des Herzogs vonOrkans federte, waren die Herzoge von Vendomeund Albanien, die Grafen von St. Pol und Gutse,der Marschall von Lautrer, der Graf von Leval, derMarquis von Saluzzo, die Herren von Rieux undDreze, die Ma> schalle von Montnivrency und Aubi--ny, und der Admiral von Brisn.