Band 
Zweyter Theil.
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405
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Zwölftes Kapitel. 425

lange deswegen, sich gegen diesen gemeinschaftlichenFeind, der ihnen gefährlicher wäre, wie der Türke, zuvereinigen, und seiner Raubbegierde so ein Gebiß an-zulegen, das er nicht brechen könnte.

Diese so deutlich angemeldeten Gesinnungen wie.sen offenbar genug, daß Franz einen Krieg im Schil.de führe, daß sein Haß gegen Carln durch sein Un-glück noch mehr erbittert wäre, daß man nicht nöthighaben würde, ihn durch weitgesuchte Bewegung«,gründe in die Ligue zu locken, sondern, daß er selbst dererste seyn würde, der andre Mächte hinein zöge. Ertrat wirklich in dieselbe, und unterschrieb sich zu Co.gnac den irrsten May; aber er verlangte, seinBeytritt sollte so lange geheim gehalten werden, bisdie Stände von Burgund sich über den Artikel desTractatS von Madrid erklärt hätten, der ihnen eineVeränderung ihrer Landesherrschaft anmuthete.

Die Gesandten des Kaisers drungen bey demKönige auf eine Erklärung, und verlangten, im Na-men ihres Herrn, Burgund inBesiH zunehmen *).

Die Abgeordneten der Stände von Burgundkamen an den Hof, und erklärten in Gegenwart derGesandten des Kaisers, Burgund sey Französisch denRechten so wohl, als seinen Gesinnungen nach, undverlangte nicht Oesterreichisch zu werden; der Tractatvon Madrid sey null und nichtig, und nichts als einWerk der Gewaltthätigkeit und deß Zwanges.

Es ist uns Nichts daran gelegen, ob Franz diestEntscheidung bewirkt habe oder nicht: genug, er nahmCcz sie

*) Dü Bellay sagt, der Prinz von Oranien sey bereitsunter WegenS gewesen, im Namen deS Kaisers einStatthalter dieser Provinz zu werden.

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