406 Zweytes Buch.
sie in so fern an, als sie das Herzogthum betraf, und1526 erboth sich gegen den Kaiser, den Tractat von Madridin allen seinen übrigen Clauseln zu erfüllen, und an.statt Burgundiens zwo Millionen zu bezahlen. Erwollte sein Wort halten, so viel als möglich war, undniemals ist ein Versprechen mit größerer Rücksichtauf Ehre und Gerechtigkeitsliebe gebrochen worden.
So bald der Kaiser diese Nachricht erhalten hat-te, ließ er die Kinder von Frankreich nach Valladolitin AltiCastilien bringen, verwarf mit Stolz die bey-den angebothenen Millionen, beschwerte sich über ge-brochne Treue und Glauben, verlangte, der Königsollte sich wieder in sein Gefängniß stellen, und ließinzwischen seinen Gesandten zu neuen Unterhandlun-gen in Frankreich.
Ihre Gegenwart diente zu weiter nichts, als sieeiner neuen Beschimpfung bloß zu stellen: sie mußtennämlich einer öffentlichen Bekanntmachung der ji«gue beywohnen. Der hartnäckige Eigensinn desKaisers, der durchaus auf die Abtretung von Bur-gund bestund, zwang den König, diese Partey zu er-greifen ; aber heimlich empörte sich noch sein Herz ge-gen diesen Schritt, so gezwungen er auch war; seinHerz war zu empfindlich, daß es keine Verweise hat-te fühlen sollen, und die Untreue, die vielen Königenso bekannt ist, war ihm fremde: er mußte durch Ex-empel und Gründe dazu aufgemuntert werden. Errief sein Parlement und die Großen seines Reichs zurBerathschlagung über die Gültigkeit des TractatSvon Modrid zusammen, unh sie zu fragen, was er zuthun hätte, da ihn der Kaiser aufforderte, sich als des-sin Gefangener von neuen in Spanien zustellen.
Er