4^4 Zweytes Buch.
r-r«-, sie in den verwichenen Jahren verwüstet hatte, war
izr6 nichts als ein geringes Vorspiel ihrer gegenwärtigenDrangsale. Der Kaiser schickte kein Geld nachItalien, und seine Truppen wurden nicht bezahlt;die Generale hatten sie in verschiedene meylandi-sche Platze vertheilt, und da lebten sie nach eigenemGefallen. Jeder Officier, jeder Gendarme, jederSoldat, sollte von dem Bewohner des Hauses,das ihm angewiesen oder von ihm gewählt war,quartirt und ernährt werden. Die Kaiserlichen,die in Meyland lagen, federten Lebensrnittel, nichtallein für sich selbst, sondern auch für ihre Freunde,die sie schwarmweise besuchten. Ihre Wirthe, dieso viel Vorrath nicht hatten, daß sie alle diese Leutehätten sättigen können, sahen sich oft ihres eigenenUnterhalts beraubt, und um das Nothwendigstezu retten, mußten sie die Soldaten flehentlich bitten,und abkaufen, und für die Lebensmittel Geld geben.Dann sielen diese Soldaten auf einen andern Bür-ger, und zwangen ihn, ihnen und ihren FreundenQuartier und Unterhalt zu geben. Es gab Sol-daten , die fünf bis sechs Wirthe hatten, deren einerihnen Quartier und Nahrung gab, da ihm inzwi-schen die übrigen beyden Quartiere sowohl als Lebens-rnittel mit schweren Gelde bezahlen mußten. DieseContributionen wurden mit äußerster Strenge bey-gerrieben, und die geringste Verzögerung ward mitden abscheulichsten Gewaltthätigkeiten bestraft.Bald überstiegen diese Erpressungen alle Schran-ken. Jeder Soldat wollte eine reichlich besetzte,und niedlich zugerichtete Tafel, und dabey Geld imUeberfluß haben. Die Deutschen und Spanier
ließen