Band 
Zweyter Theil.
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415
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Zwölftes Kapitel. 415

ließen es sich um die Wette angelegen seyn, geizig,grob und grausam zu seyn. Zuweilen riß den un° 1526glückseligen Meyländern die Geduld, und die Ver-zweiflung gab ihnen gegen ihre Tyrannen und Hen-ker die Waffen in die Hände; wie aber ein blinderGrimm der einzige Anführer solcher Arten von Auf.rühr war, so konnten Leva und dü Guast ihn baldstillen, theils durch Kunstgriffe, und theils durchGewalt. Die Sklaverey der Meyländer ward nurum so viel unerträglicher. Sie wurden, zurVer-hütung eines neuen Aufstandes, entwaffnet: und un-ter dem Vorwande, die Waffen aufzusuchen, dran-gen die Soldaten in die geheimsten Winkel, undplünderten und raubten so viel sie wollten. DieMeyländer hatten, um so einem abscheulichen Schick-sale auszuweichen, kein andres Mittel, als daß siedie Stadt verließen, und alles mitnahmen, was siekonnten: aber alle Thore, alle Ausgänge waren aufdas sorgfältigste bewacht, und der Verboth aus derStadt zu weichen war so strenge, daß niemand die-sen Schritt eher wagte, als bis er entschlossen war,im Nothfall sein Leben zu verlieren. Damit in-zwischen dieser Flucht, diegleichwohl die Verzweifflung häufig genug machte, zu vorgekommen würde,so legten die Spanier ihre Wirthe, Weiber, Männerund Kinder, in ihren Häusern an Ketten: sie zwangenihre Bedienten mit dem Dolche auf der Brust, ihnenden Ort zu weisen, wo ihre Herren ihr Geld versteckthatten. Mit dieser ungeheuren Grausamkeit verbandsich noch eine viehische Unfläterey; sie mißbrauchten,auf eine schreckliche Weise, beyde Geschlechter, ohnesich von dem Alter, dem Unglücke, dem Wehkla-gen,