Band 
Zweyter Theil.
Seite
419
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Zwölftes Kapitel. 419

er schien, er habe keinen andern Endzweck dabey ge-habt, als die Soldaten zum Gehorsam, und die Ge-nerale zur Unterwürfigkeit anzugewöhnen. Ermachte sich zwar Meister von Lodi, einem wichtigenPlatze, den der Marquis vergebens wieder belager-te; da er aber in der Folge vorrückte, das Citadellvon Meyland zu entsetzen, das der erste und wichtig-ste Gegenstand dieses Krieges war, so überfiel ihnein plötzliches Schrecken, oder ein «»vermutheterSchwindel (denn man muß ihm dieGerechtigkeit wie-derfahren lassen, daß er eben nicht schreckhaft war) erzog sich schimpflich zurück, ob sich gleich Guicciardimdiesem Abzüge aus allen Kräften widersetzte, undJohann von Medicis darüber sehr entrüstet war.

Unentschlüßigkeit und Ungewißheit herrschte inder Armee, und noch mehr in den Cabinettern derFürsten: Die Feindseligkeiten gierigen schläfrig:allenthalben wurden Unterhandlungen getrieben.Der Kaiser tractirre mit dem Könige, und wollteihn bewegen, den Tractat von Madrid zu erfüllen;mit dem Herzoge von Meyland, um ihn zu überre-den, den Rest seiner Staaten herauszugeben, undsich seiner Gerechtigkeit und Erbarmung zu über-lassen: mit dem Pabste, um ihn von der Ligue ab-zuziehen; mit denen vorn Hause Colonna, um siegegen den Pabst aufzuwiegeln, dessen persönlicheFeinde sie waren; mit den Venekianern, um zu ver-hindern, daß sie die alte Vereinigung mit FrankreichDd r nicht

*) Er starb, wie wir bemerkt haben, mit feiner Gemah-linn, im Jahre ,519. Sie war Margarethe von Bou-logne. Ihre Tochter, von welcher hier die Rebe ist,war die berüchtigte Katharina von Medicis. Sieh«das I V. Kap. des i ten Buchs.

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