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420 Zweytes Buch.
nicht erneuerten. Alle Bundesgenossen trackirtengleichfalls unter sich: jeden Tag sah man neue be-sondre Projecre von Tractaten aufblühen, die demallgemeinen Tractat der Ligue entgegen waren. Baldboth man dem Könige von Frankreich die Erobe-rung des Meylandischen an, das er dann für sich be-halten sollte; bald verlangte man, er sollte, demTractat von Cognac gemäß, mit der Grafschaft Astiund der Stadt Genua zufrieden seyn; ein andermalthat man ihm noch andre Vorschlage, die mehr oderweniger unbestimmt waren, je nachdem man seinermehr oder weniger bedürftig zu seyn glaubte. Nie-mand wußte selbst mehr, was er wollte. Mißtrauenund Mangel der Einigkeit hintertrieb alle Anschlage.Die Murren ließen in der Schweiz durch *) Me-Deguin, und den Bischof von Lodi Werbungen anstel-len; und Franz der lten, dem die Ligue, mit einer lä-cherlichen Spitzfindigkeit, aus diesen Werbungenein Geheimniß machte, widersetzte sich ihnen durchden 'Agenten, den er bey den Eidgenossen hatte. Ei-nige wollten, man sollte keine als italiänische Trup-pen brauchen, weil man sich auf deren Treue ammeisten verlassen könnte: andre glaubten, man würdemit Schweizern denSieg desto gewisser erhalten.DerKönig von England, und der Cardinal von Pork ver-langten, die Fürstenthümer, die man ihnen zur Be-lohnung der Dienste versprochen hatte, die sie derLi«gue nicht leisteten, sollten in dem Meylandischen ange-wiesen werden, und nicht in dem Königreiche Neapel.Franz der Ire bezeugte ebenso wenig Eifer: er hatteder Ligue bisher weder mit Gelde, noch mit Truppen
bey-
*) Er ließ sich nunmehr den Marquis von Marjgna»nennen, und diente itzt derLigue gegen den Kaiser.