Band 
Zweyter Theil.
Seite
428
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428 Zweytes Buch.

der Cardinal Pompejus Colonna *), der heftigste undwüthendeste von diesen dreyen. Sie droheten demKirchenstaate von der Seite des Königreichs Nea-pel, und dadurch ward der Pabst gezwungen, indiesen Gegenden eine Armee zu halten, und vcr.hindert, der Ligue nicht so mächtig beyzustehcn,wie er sonst wohl gekonnt hätte. Er glaubte,er könnte dieser Feinde los werden durch einenFriedenStractat, dessen Erfüllung Vespasian Co-lonna in seinem, und seiner Vettern Namen be«schwur. Im Vertrauen auf diesen Eid, und aufdiesen Tractat, dankte der Pabst einen Theil der Ar-mee ab, die er in Rom unterhielt, und schickte denandern der Armee der Ligue zu. Die von dem Kai-ser aufgehetzten Colonnen finden nunmehr eine günstigeGelegenheit; überraschen Rom bey Nacht, bemäch-tigen sich dreyer Thore, rücken ein, und stoßen al-les nieder, was sich ihnen widersetzt. Der Cardi-nal Pompejus Colonna war fast entflossen, denPabst zu ermorden, und mit den Fäusten, die vondessen Blute noch rauchten, die Cardinäle zu zwin-gen, ihm die Krone aufzufetzen: er gieng schon ausdie Peterskirche, und das Vatican los. Der Pabst,von diesem Donnerstral zu Boden geschlagen, weisnicht, zu welchem Mittel er greifen soll. Soldatenhatte er nicht mehr: auf das römische Volk konnteer sich nicht verlassen: ein Theil desselben sah dieseBegebenheit mit Freuden, und der andre mit Gleich-gültigkeit an. Die Gefahr war zu groß, und ebendeswegen belebte sie seinen Muth. Er wollte in sei-ner

- *) Prospcc und Fabrrciss waren Drüderkmder r derCardinal Pompejus war ProsperS Neffe.