Band 
Zweyter Theil.
Seite
434
JPEG-Download
 

4Z4

^weytes Buch.

Gelde. Es war umsonst, daß er die Meyländer -uräußersten V^bzweiflurig trieb, alle ihre Güter Ver-fehlung, die Bürger, die er für die reichsten hielt, imGefängnisse verschmachten ließ, die andern durch diegrausamsten Foltern zerfleischte; er konnte ihildnnichts mehr abpressen: alle Quellen waren erschöpft;alle Kirchen waren ihrer Silbergeräthe beraubt, ei-ne Gewohnheit, die häufiger zu werden ansieng, undwelche die Spanier sich eben sowohl gefallen ließen,als die Deutschen. Sie hakten sich an einen nochabscheulicheren Frevel gewöhnt, sie konnten ohneRührung die Thränen und das Blut unglücklicherMenschen fließen sehen. Man hat gesehen, mit wel-cher ungeheuren Barbarei) sie in Meyland einenfluchwürdigen Reichthum zusammen kratzten; dieQuellen dieses Reichthums waren versiegen, undsie wünschten nichts mehr, alsnach einer andern nochreichern Stadt geführt zu werden, deren Einwohnersie mit mchrern Vortheil unterdrücken könnten: al-lein, man möchte sie auch bestimmt haben, wozu mannur wolle, so verlangten sie schlechterdings vorher allenSold, öcn man ihnen schuldig war. Der ihnen solange verstattete Muthwillen, dessen sie gewohnt wa-ren, zwang ihre Generale, sich ihrem Eigensinne,der überdein ißt einen Schein der Gerechtigkeit hat-te, sich zu unterwerfen. Bonrbon ersann, um siezu befriedigen, eine List, die ihm gelung. Moronesaß noch immer auf dem Schlosse von Pavia gefan-gen.