Band 
Zweyter Theil.
Seite
455
JPEG-Download
 

Zwölftes Kapitel. 455

zur Schau herumführte. Eben so begegnete mandem Cardinal von der Kirche der Minerva, und 1^27,dem alten Cardinal Ponzetta, der damals neunzigJahr alt war.

Dies sind die Gräuel, die der körnigte, und oftunartige Brantome mit lachendem Munde erzählt,ynd sich entschuldigt, daß er, wie er sich ausdrückt,noch mehr besondere poßierliche Umstände nichtberührt.

Man kann aus der Dauer der Plünderung, ausden Reichthümern der Stadt, gus der Ueberraschung,darein sie fiel, und in welcher sie nichts gerettet hat-te, schließen, wie unermeßlich groß die Beute beydieser Gelegenheit müsse gewesen seyn. Niemandhatte sich einbilden können, daß Rom angegriffenwerden würde; niemand hatte nachher geglaubt, daßes eingenommen werden könnte. Der Pabst hatteseine gewöhnliche Furchtsamkeit vergessen, und denEinwohnern verbothen aus der Stadt zu gehen, jaselbst ihre Güter durch Versenkung in der Tiber zuretten, wie es einige doch hätten thun können. DerHimmel hatte die Unterdrückung der Römer beschlos-sen , und nahm ihnen Muck, und Vorsichtigkeit.

Der Unterkönig, dessen Tractat mit dem Pabsievon der kaiserlichen Armee so wenig geachtet war,sah, daß sein Feind , der Herzog von Bourbon todtwar, und versuchte dem Prinzen von Oranien dasCommando streitig zu machen. Er kam nach Rom,

Fs 4 aber