456 Zweytes Buch.
aber die wenig günstigen Gesinnungen , die er beyder« deutschen und spanischen Völkern fand, jagtenseiner zaghaften Ehrsucht ein Schrecken ein: erglaubte sich selbst in Rom nicht sicher: schon nahmer seinen Rückweg nach dem Königreiche Neapel:aber da traf er eben seinen Freund Moncada, denMarquis dü Guast, und den Obristen Alarzon an.Diese sahen, daß, unerachtet des Stillstandes, dender Unterkönig gemacht, und den sie aus Achtunggegen ihn beobachtet hatten, der Krieg fortgesetztward, und kamen alle wieder zur Armee. Siebrachten den Unterkönig mit sich zurück, den dieTruppen zwar unter sich duldeten, der aber die ihmgebührende Ehrerbietigkeit nie wieder erhielt, undnoch weniger die Authörität. Die blieb vollkommenin den Händen des Prinzen von Oranien, und derallein richtete alle Anstalten ein, die zur Belagerungder Engelsburg nothwendig waren.
Der Troß und die Ausschweifungen, die dieLanSquenetS gegen die Bischöfe und Cardinäle be-wiesen, kündigten dem Pabste mehr als deutlich dasSchicksal an, das er erwarten müßte, wenn dieBurg bezwungen werden sollte. Sein Leben selbstkonnte der Wuth der Colonnen, die sich zu seinemUntergänge verschworen hatten, blos gesetzt seyn; derunversöhnliche Herzog von Urbino, der den Pabst,welcher auf ihn allein seine einzige Hoffnung setzte,beschirmen und erretten sollte, ergrief diese Gelegen-heit,