Band 
Zweyter Theil.
Seite
475
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Dreyzehendes Kapitel. 475

Der König machte hierauf einen kurzen Ab-riß von der ganzen Geschichte seiner Regierung;widerlegte seinen Feind Punkt vor Punkt: legtealles zu seinem Vortheile, und zur Last des Kaisersaus. Wie diese rechtliche Ausführung keinen Wi-dersprechet fand, denn Granvella war gegenwärtig,um zu hören, aber nicht zu antworten, so wgr eSdem Könige leicht zu beweisen, daß der Tractatvon Madrid null und nichtig sey, weil er von einemGefangenen unterschrieben wäre. „Ich bin nicht,„sagte er, Carls Gefangener, ich habe ihm mein„Wort nicht gegeben; denn wir haben uns nie-„mals, mit Waffen in den Händen, gegen einander„angetroffen.,,

Ein Vorwurf, der vielleicht witzig, aber ei«schlechter Beweis war! Es ist wahr, der Kaiserwar bey Valenziennes vor Franz dem Ersten ge-stehen, und hatte bey Pavia nicht persönlich ge-fochten; aber der Kaiser machte die richtige An-merkung, daß man den Regenten alles, was siedurch ihre Generale thun, so anrechnet, als ob siees selbst thäten.

UebrigenS war der Hauptzweck dieser Ver-sammlung, daß in derselben ein an den Kaiser ge«richtetes Cartell, das Franz der Erste eigenhändiggeschrieben hatte, verlesen werden sollte. Dies, inden brutalen Ausdrücken der irrenden Ritterschaftaufgesetzte Cartell sagte *) der zum Kaiftr Er-wählte

*) Franz gab Earln diesen Titel, weil er noch nicht

gekrönet war.

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