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. Fünftes Buch.
-- Compiegne, so gefährlich krank, daß man einen
L5ZS Monat lang an seiner Genesung fast vcrzweiffelte.Man sagt, diese Krankheit sey die Wirkung einerseltsamen Rache gewesen, die ein eifersüchtigerEhemann an der Untreue seines Weihes *), undden Galanterien des Königs ausübte:, erwolltesiewegen der Beleidigungen, die sie ihm angethan hat-ten, durch neue Beleidigungen sirafeM, die er nochvon ihnen hoste: er holte sich deswegen, m einemunzüchtigen Hause, die Krankheit, die seit derEntdeckung von America in Europa ausgebreitet,rprd nach der Eroberung von Neapel im Jahre1494. bis nach Frankreich gedrungen war, dieseschändliche und gefährliche Krankheit, das schreck-liebste Gift der Wollust, die ohne dieselbe sich schongiftig genug bewies. Der Ehemann selbst brauch-te bey Zeiten alle damals dagegen bekannte Mittel,und heilte sich damit, sein Weib starb daran, undder König hätte beynahe das Leben darüber ver-kehren. Seine Genesung war nur unvollkommen:er behielt traurige Zufälle, sehr schmerzhafte An-denken davon. Sein aufgeräumtes Wesen littedabey, und die ehemalige Frölichkcit seines mun-tern Charakters veränderte sich in eine gasten süch-tige und verzehrende Grämlickkcit. Man erfuhrin der Folge, daß ein heimliches Geschwür die Ur-sache dieser Veränderung war.'
'5Z9 Indem der König einen Theil seiner Kräfte,wiewohl sehr langsam, wieder gewann, so kamen
die
*) Man nannte sie die schöne Feroniere. Ihr Mannwar ein Advocat.