90
Sechstes und letztes Buch.
te, und mit dem Feldzug in Roußillon durchge-drungen war. So fehlerhaft inzwischen auch dervom Montpesat entworfene Plan seyn mogte, sosiehet man doch , daß er vortheilhaftig hatte seynkönnen, wenn die Ausführung desselben genauerund schleuniger gewesen wäre. Aber der Hof ver-langt einen glücklichen Erfolg, und bestraft dasUnglück: wenigstens fodert derselbe, daß der Ur-heber eines neuen und eben deswegen bestrikkenenSystems, alle Fehler in der Ausführung dessel,ben voraussehe, und unerachtet dieser vorausge-sehenen Fehler den glücklichen Ausschlag desselbenversichere.
Erwarben aber die Französischen Waffen ih-rem Könige in diesem Feldzuge in Roußillon we-nig Ehre, so erwarb ihm seine edelmüthige Bil-ligkeit bey dieser Gelegenheit einen Ruhm, derweit köstlicher und ihm persönlicher war , alsder, den er jemals durch seine Waffen hätte er-halten können. Die Italiener in der Französi-schen Armee hatten eine große Anzahl SpanischerFrauen, in der Hofnung aufgehoben, daß siefür dieselben eine Ranzion erhalten würden: dießwar ein Verfahren, daß sich für Seeräuber schick,te, aber dem Wohlstände und der Ehrbarkeit ent-gegenwar, die christliche Nationen, selbst, indemsie sich mit Kriegen einander zu Grunde richten,beobachtet wissen wollen. Die Spanier führtendarüber eine gerechte Klage: aber die Ikaliänerhielten ihnen dagegen die Grausamkeit vor, diedie Spanier in der Plünderung von Rom began«
> -en