98 Sechstes und letztes Buch.
^ ' Langey hatte seinen Bruder, Martin düBellay,
1542 abgefertiget, von dem Zustande des Orts und derStärke der Besatzung Kundschaft einzuziehen, undzu bemerken, ob etwa der Marquis dü Guast mitdem übrigen Theile seiner Truppen über den Pszu gehen gedächte: zum Glücke trug es sich zu,daß der neue Kaiserliche Gouverneur des Schlossesv-on Carignan ein Freund eines der vornehmstenOfficiere war, die den Martin dü Bellay beglei-teten: dieser Dsficicr ließ sich mir dem Gouver-neur ein / und gab ihm zu verstehen, er sey abge-schickt den Ort zu berennen, die'ganze Französi-sche Armee folge ihm auf dein Fuße nach, und eswürde den Kaiserlichen unmöglich fallen, sich zuwehren: diese Nachricht trug er mit einem Tonevor/der einen freundschaftlichen Rath, und zu-gleich ein Mitleiden über den Zustand feines Freun-des anzuzeigen schien: und er brachte es so weit,daß der Gouverneur, vielleicht mit guten Willen,vielleicht aus Furcht, sich gefallen ließ an Martindü Bellay den Platz abzutreten. Wie der Mar-quis dü Guast wenig Tage nachher sahe, daß erbey Carignan nicht mehr über den Po kommenkönnte, gieng er bey Cresccnkino darüber, undbelagerte Chivasco. Nachdem er zween unnützeStürme dagegen gewagt hakte, zwang ihn derGouverneur Hieronymus von Birague, diese Be-lagerung aufzuheben, und dü Guast zog sich nachCasal. Der unglückliche Cäsar von Neapel woll-»te Gazelle überraschen, um den Kaiserlichen durchUlpiano den Weg nach Turin zu öfnen: allein er