Fünftes Kapitel. 171
zum Könige, ließ durch denselben die Lage seinerAngelegenheiten vorstellen, und um Geld, unddie Erlaubniß bitten, schlagen zu dürfen. Mont-lüc hat sich das Vergnügen gemacht, in seinenNachrichten die kleinen, aber rührenden Umständeseiner Reise nach Hofe ru erzählen. Der Königbefahl, er sollte bey dem Kriegcsrakh gegenwärtigseyn, worinn der Vorschlag einer Schlacht fast al-gemein verworfen ward. Monklüc war gezwun-gen zu schweigen: aber seine ganze Figur, seineGeberden, seine Minen sprachen: seine ganzeStellung drückte seine Ungeduld, und seinen Un-willen aus. Der König sahe die Gewalt, die ersich anthat, und befahl ihm zu sprechen. Monk-lüc mahlte sogleich mit einer kühnen, und gas-tonischen Frölichkcit, die Tapferkeit der Truppen,die Talente des Generals, den hitzigen Murh derSoldaten, und seine Rede, seine Bewegungen,seine Geberden waren dabey so voll Feuer, daßes schien, er stehe auf dem Schlachtfelde, mittenunter dem Gemetzel, er behaupte den Sieg mit,und verfolge die Ueberwundmcn. Der König,der anfangs über seine Begeisterung lächelte, en-digte damit, daß er sie mit ihm theilte, und da-durch angesteckt ward. Ein reizendes Gemähldedes Ruhms, und eines glücklichen Erfolgs be-mächtigte sich seiner Einbildungskraft, und schmei-chelte
der Schlacht bcy Bicocca unter Franz dem Ersten,und bey der Belagerung von Rochcüe unter Hein-rich dem Drillen. Dies r leine Ko'mg machte ihnzum Marschall von Frankreich. Er that säst sechs,zig Jahr lang ^rngesdniisn.