Sechstes Kapitel. rn
Er war aus seinem Quartier gegangen, um denKaiser in den Laufgraben zu sprechen, und hierward ihm die Schulter von einem Stück Steinzerschmettert; erstarb noch denselben Tag daran.
Zween Tage nachher geschahe einer der wüthen«desten und hartnäckigsten Stürme. Er dauretevon neun Uhr des Morgens an, bis vier Uhr desNachmittags. Spanier und Lansqucneks liefenmit gleicher Herzhaftigkeit zur,Bresche: fast dieganze Kaiserliche Armee war in diesem Sturme be-schäftiget. Die verschiedenen Corps setzten drey»mal von neuen an, und wurden endlich unwiedcr-rufiich, mit einem Verlust von acht Hunde-r Tod-ten zurückgeschlagen, ohne die Verwundeten zurechnen, deren Zahl weit größer war. JhrRück-zug war übereilt, und geschahe mit einiger Unord-nung: sie ließen in dem Graben Fässer mit Pul-ver, das sich die Belagerten zu nutze machten, sowie es ihnen sehr daran fehlte. Der Verlust derFranzosen bestund aus dreyßig, oder vierzig Gen-darmen und Bogenschützen, und ungefehr zweyhundert Mann Infanterie. Der Graf von Sän-cerre ward verwundet: ein Cansnenfchuß zerschmet-terte ihm den Degen in der Hand, und die Split-ter fuhren ihm ins Gesicht. Den folgenden Tagschickte der Kaiser, und ließ ihm eine anständigeCapitulation anbiethen: allein Sancepre erlaubtedem Trompeter nicht einmal, in die Stadt zukom-men, aus Furcht, er mögte den Muth der Be-lagerten wankend machen.
Die Geschwindigkeit, womit die Bresche ge-O 2 stopft