290 Sechstes und letztes Buch»
Französischen Galeren stoßen wollten, und hier-aus ließ sich ein wirkliches Einverständnis zwischenden Franzosen und Genuesern schließen: unfehlbarwar dieß die Wirkung der Unterhandlungen desCardinals Trivulzio, aber ich kan mir, wie eini-ge Schriftsteller thun, nicht einbilden, daß Frank-reich die Seele der berühmten Verschwörung desJohann Ludwigs Fiesque gewesen, deren durchsehr schlaue Staatsklugen so geschickte eingerichteteTriebfedern, von so viel scharfsinnigen Schriftstel-lern so glücklich entdeckt sind. Mich deuchk, derunergründliche Fiesque verbarg das Geheimnißseiner schwarzen Entwürfe für die Crone Frank-reich, die dieselben nicht würde gebikiget haben.Der Cardinal Trivulzio hatte zwar freylich in Genuaaufmerkstrme und scharfsichtige Mitarbeiter; durchdieselben kannte er die Talente und Gesinnungendes jungen Fiesque, diese meineidige Verstellung,die, wenn es möglich wäre, den Himmel betro-gen hätte, diese über sein Alter erhabene Klugheit,die seine Leidenschaften in Zaum hielt, ohne sie zumäßigen, diese finstre Eifersucht, die ihn gegendie Macht des Doria beseelte, diese geheime Ehr-sucht, die ihn verzehrte, diese kühle und halsstar-rige Wuth, die sich lange Zeit halten konnte, umzu rechter Zeit auszubersien, diese unerschrockeneund bedächtige Kühnheit, dieser erfinderische unddabey reizende Witz, diese leutselige Gesprächigkeit,diese anständige und bescheidene Sanftmuth, dieseGrazien, diese Eigenschaften, die zu liebenswür-dig waren, daß selbst ihr Glanz sie nicht der Mit-tel