Band 
Vierter Theil.
Seite
300
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ZOO Sechstes und letztes Buch.

Franz, der allezeit derselbe, allezeit getreu war,vergiebt ihm alles, wie ein zärtlicher und nächst,hendec Freund das Unrecht eines ungerechten undgrämlichen Freundes vergiebt; er liebte ihn in sei-nem ieben, er beweinte ihn bey seinem Tode r erließ ihm, ob derselbe gleich von der RömischenKirche abgetreten war, in der Kirche zur LiebenFrauen ein prächtiges Seelenamt halten: da des-sen eigene Tochter, Maria ausdrücklich verboth fürihn zu bethen, ein Verboth, das f) vielleicht aufrichtigen Sätzen gegründet, aber hart und unna-türlich war, und niemals aus dem Munde einerTochter hätte kommen sollen. Man siehet, daßdiese Fürstinn, die mitten unter dcnBeschimpfun,gen und den Bekümmernissen der Catharina vonArragonien ihrer Mutter erzogen war, glaubte,sie habe das traurige Recht gewonnen, einen Va«rcr zu hassen, den sie weiter durch nichts, als sei-ne Tiranney und Ungerechtigkeiten hatte kennenlernen.

Franz war fast von einerley Alter mit Hein-rich dem Achten, ein Umstand, der in Verbin-dung mit seinen Schwachheiten nicht wenig bey»trug, ihm den Tod dieses Fürsten schmerzhaft zumachen. Man findet zwischen beiden eine ziemlichgroße Ähnlichkeit in der Natur und den Gestchtö-zügcn: beide waren auch, sagt man, von einerähnlichen Lcibeöbefchaffenhcit, beide nemlich wa-ren sehr verliebt: aber dieser Geschmack ist zu na-türlich und zu allgemein, um eine Person von der

andern,

-j-) Welche Theologie !