Zehentes Kapitel. zoi
andern, anders als den Stufen nach, zu unter-scheiden: aber Heinrich sahe, als ein unbändigerLiebhaber und grausamer Gemahl, die Weiberbloß als Opfer an, die für seine gebieterische Lüstegemacht wären: Franz der Erste war galant,schwach und zärtlich, begegnete seinen Gemahlin-nen und Buhlcrinnen mit Achtung, und überließsich selbst etwas zu viel diesem so sanften und ge-fährlichen Vergnügen, von demjenigen beherrschetzu seyn, was man liebet. Die Caractere dieserbeiden Fürsten sind sich gar nicht ähnlich. Franzwar frölich, freundlich und gutherzig, er hattenichts von der Heftigkeit und dem finstern GrolleHeinrichs des Achten*), beide verschwendeten ih-re Kräfte, und sielen vor der Zeit. Heinrich warso ungeheuer fett und dick geworden, daß er kaulnmehr durch die Thüren seiner Zimmer kommenkonnte, und daß es ihm unmöglich war, eineTreppe hinauf zu steigen: man wagte es gleichfalsnicht ihn zu tragen, sondern wand ihn mit Rollenin die Höhe. Er starb, sagt man, an der Ent-zündung eines Krebsschadens, den er am Schen-kel hatte.
Franz war von der Krankheit, dieerzuCom-piegne im Iahr 15Z9. gehabthakte, niemalsvoll-kommen gehcilet. Er verfiel .von dieser Zeit antäglich mehr, oder weniger merklich r aber nach
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') Mau sehe ein Verzeichnis dieser Grausamkeitenim Beaucaire, der sie Buch 24, n. gg. mit wenigWorten anführt, und in den verschiedenen Ge«schichtschreibern von England und Frankreich.