Band 
Vierter Theil.
Seite
309
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Zehentes Kapitel. , zc>9

Sonderlich besaß er die Wissenschaft der Kö-nige, die Kunst, die Menschen zu kennen: mansahe an der Spitze seiner Armeen allezeit die größ-ten Generale von Europa: seine Minister be-Herrschten ihn nicht, und er wußte ste allezeit da-zu zu gebrauchen, wozu sie Geschicklichkeit hatten.Er kannte seine eigenen Leute und Freunde: erwußte das Bourbon ein Held, und Saluzzo nichtsals em Verräthcr wäre.' und er bedient sich desDourbons zu siegen, und des Saluzzo zum Ver-rathen. Bourbon ist ein Held: aber ein entwi-chener Franzos: er setzt ihm den eifersüchtigenPescara, der ihm fast gleich war, zum Aufseher:aber Bourbon und Pescara sind beide ehrsüchtig,und wenig getreu, und der getreue, und nützlicheLannoy muß Aufseher über beide werden. Er entreißtder Crone Frankreich die von der Mark, dieSick-ingen, den erhabenen Bourbon, den PrinzcnvonOrange, und den Andreas Doris, die ^größtenMänner dieses Jahrhunderts: Franz der Erstemacht ihm allein den unbekannten Prinzen vonMelphi abwendig.

Carl der Fünfte hatte für seinen Nebenbuhlernoch einen großen Vorzug: er war geschäftig, erwar beständig. Bey Franz dem Ersten finden sichgewisse glänzende Augenblicke, die verblenden:aber darauf folgt bald wieder ein langer Schlum-mer, eine unthätige Schlafrigkcit. Bey Carldem Fünften findet sich nicht die geringste. Er istvhne Unterlaß wirksam, er bereitet, er führt aus,U z ^ «s